Ilsede ist noch sehr jung: Die Gemeinde als Gebietskörperschaft besteht erst seit dem 1. Februar 1971.
Die Vorgängergemeinden Bülten, Groß Bülten, Groß Ilsede, Klein Ilsede, Ölsburg und Solschen fühlten sich vorher schon als Gemeinden des ”Ilseder Raumes” verbunden, so dass die Bildung der Einheitsgemeinde Ilsede aus eigenem Antrieb und unproblematisch erfolgte.
Die gemeinsame Klammer waren die Bodenschätze im Ilseder Raum und die darauf basierende Bergbau- und Schwerindustrie. Neben dem Salzvorkommen in Ölsburg waren es vor allem die Erzlagerstätten, die Industrieansiedlungen auslösten und auch als Hauptbasis der Industrialisierung des gesamten Kreises Peine anzusehen sind.
Mit der Gründung der ”Ilseder Hütte” im Jahre 1858 auf einem Areal im Süden von Groß Ilsede, angrenzend an Ölsburg und auch übergreifend auf die Gemarkung Gadenstedt (heute zur Nachbargemeinde Lahstedt gehörend), begann für die bis dahin rein ländlichen Gemeinden eine neue Geschichte. Aus Bauernsöhnen wurden Industriearbeiter, die gemeinsame Arbeitsstätte brachte die Menschen aus den Dörfern zusammen.
Die Ilseder Hütte mit Eisenerzbergbau und Hochofenwerk war fortan der dominierende Arbeitgeber im Ilseder Raum; die Arbeit in der Landwirtschaft trat in den Hintergrund. Wegen der guten Ertragslage auf den fruchtbaren Lößbörde-Böden blieb die Landwirtschaft jedoch dennoch ein wichtiger Wirtschaftfaktor.
Im Gefolge der Industrialisierung setzte auch eine Siedlungstätigkeit in bisher nie da gewesenem Umfang ein. Groß Bülten wurde durch eine Bergarbeiterkolonie erheblich erweitert, nördlich des alten Dorfes Ölsburg entstand Neuölsburg als Hüttenarbeitersiedlung.
Die Sozialpolitik der Ilseder Hütte war vorbildlich. Das Werk sorgte für Schulen, Straßen, soziale Einrichtungen und sogar Kirchen. Der Lebensstandard stieg deutlich kräftiger und schneller als im weiteren Umland.
In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde bei Klein Bülten, der heutigen Ortschaft Bülten, der Emilie-Schacht errichtet. In Bülten entstand die ”Siedlung”, größer als der ursprüngliche Ort, in die Bergarbeiterfamilien aus vielen Teilen des Deutschen Reiches einzogen, so dass sich zwischen 1930 und 1940 auch die Bevölkerungsstruktur von der Herkunft her erheblich veränderte. Erneute große Veränderungen vollzogen sich durch die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen zum Ende des 2. Weltkrieges.
Gemeinde Ilsede
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